Hilfe aus Eich reißt nicht ab

Atomunfall in Japan weckt Erinnerung an die Katastrophe in der Ukraine

Von Jockel Kohlmann


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Wenige Tage vor dem 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl und dem 20.Jahrestag der Vereinsgründung hatte der Eicher Verein „Kinder von Tschernobyl“ zu einem Jahresempfang in den Alsheimer „Rappenhof“ eingeladen.

Menschen haben Heimat verloren

In Anwesenheit des ukrainischen Konsuls Sergiy Dragan und der Monsheimer SPD-Landtagsabgeordneten Kathrin Anklam-Trapp sagte Vereinschef Rolf Konersmann, dass in diesen Wochen der Atomunfall in Japan das Leid der Menschen, die in Tschernobyl durch radioaktive Strahlung nicht nur ihr Leben verloren hätten, sondern auch ein Leben lang durch die Strahlenschäden gezeichnet seien, in Erinnerung gerufen habe. Hinzu komme gerade in der Region Tschernobyl noch der Verlust der Heimat durch die Umsiedlung dazu. Der Eicher Verein habe in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten immer wieder humanitäre Hilfe geleistet, diese werde auch weiterhin benötigt.

Der SPD-Bundestagsabgeordne Klaus Hagemann (Osthofen), der selbst mit dem Verein bereits das Reaktorgelände in Tschernobyl besichtigt hatte, rief in Erinnerung, dass auf einer Fläche von über 200 000 Quadratkilometern mehr als sieben Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen gewesen seien. Leider sei inzwischen die Zahl der Hilfsvereine rückläufig, umso mehr müsse die stete Hilfe aus Eich anerkannt werden. Hagemann lobte die Kinder-und Familienerholungsaufenthalte, die jährlich vom Verein initiiert werden. Im Geiste der Völkerverständigung müsse über Jugendwerke ein gegenseitiger Austausch erfolgen, lautete seine Forderung. Hagemann kündigte an, dass er demnächst sämtliche Hilfsvereine in seinem Wahlkreis zu einem runden Tisch einladen werde.

Stiftungsgründer überreicht Scheck

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete und heutige ukrainische Honorarkonsul Hansjürgen Doss (Mainz) sprach dem Eicher Verein Respekt und Anerkennung für die Unterstützung aus. Neben der humanitären Hilfe werde aus Eich ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung geleistet.

Eichs VG-Bürgermeister Gerhard Kiefer sagte, 79 Hilfsgütertransporte und 40 Familienerholungsmaßnahmen, die seit der Vereinsgründung geleistet worden seien, sprächen Bände über den Umfang der gezeigten Mitmenschlichkeit. Kiefer drückte auch in seiner Funktion als Vereinsmitglied die Hoffnung aus, dass diese Hilfe noch viele Jahre lang erfolgen könne. Seit Jahren profitiert der Verein von den Ausschüttungen der Mannheimer Horst- und Eva-Engelhard-Stiftung. Stiftungsgründer Horst Engelhard ließ es sich nicht nehmen, beim Empfang in Alsheim einen weiteren Scheck über 4 500 Euro zu übereichen.

Musikalisch wurde die Feierstunde von der Sopranistin Adriana Abbel und Liana Kukhta (Klavier) umrahmt.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz

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