Geld aus Engelhardt-Stiftung

In der Hauptversammlung des Vereins "Kinder von Tschernobyl" wies Vorsitzender Rolf Konersmann darauf hin, dass die Arbeit des Vereins immer schwieriger werde, da die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl über 20 Jahre zurückliege.

Von Jockel Kohlmann

Dies merke man daran, dass die Unterstützung aus der Bevölkerung nachgelassen habe und von Jahr zu Jahr mehr Mitglieder den Verein verlassen als neue sich anmelden. Dies bedeute, dass die noch existierenden Tschernobyl-Vereine näher zusammen rücken müssen, um Synergieeffekte nutzen zu können, die eine weitere Hilfe für die Familien von Tschernobyl möglich mache. Diese Bemühungen wurden in der Hauptversammlung deutlich, denn inzwischen hat sich ein ehemaliger Tschernobyl-Verein aus dem Sauerland den Eichern angeschlossen und entsandte auch Mitglieder nach Rheinhessen zur Hauptversammlung. Weiter hat sich auch eine Wormser Hilfsinitiative in den Eicher Verein eingegliedert.

Die globale Wirtschaftskrise hat nach den Worten von Konersmann natürlich auch die Ukraine erfasst. Da "Fangnetze" für die normale Bevölkerung fehlen, treffe es natürlich die Ärmsten wieder am schlimmsten. Die Korruption in diesem Land sei unbeschreiblich. Beim letzten Besuch des Eicher Vereins in der Kinderpoliklinik Nr. 1 in Kiew-Desnianski habe der dortige Klinikleiter mehrere Spendenaufrufe an die Bevölkerung mit der Bitte herangetragen, die Arbeit der Klinik zu unterstützen. Hintergrund dieser Spendenaufrufe sei, dass das vom Kiewer Oberbürgermeister verwaltete Jahresbudget für die Kliniken verschwunden sei und niemand es wiederfinden wolle oder könne.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurde der langjährige Sponsor Horst Engelhardt aus Mannheim zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso wurde im Rahmen eines Empfangs der Mitbegründer Harald Christ zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Aus der Horst-und Eva-Engelhardt -Stiftung erhielt der Verein in diesem Jahr wieder eine Zuwendung in Höhe von 10.000 Euro. Mit diesem Geld sollen im kommenden Jahr erneut die Hilfsgütertransporte sowie die Kinder-und Familienerholungen finanziert werden. Konersmann drückte die Hoffnung aus, dass sich im Sommer kommenden Jahres wieder Gasteltern bereit erklären, Kinder aus der Ukraine im Wonnegau zu beherbergen. Die Ernennung von Christ zum Ehrenvorsitzenden bescherte jedoch dem Verein bisher noch keinen "warmen Regen". Der Millionär hatte zwar angekündigt, sich für ein Projekt zu engagieren, aber auch knapp zwei Jahre nach diesen Ankündigungen blieb es bei den Versprechungen. Zügig wickelten die Mitglieder die Regularien ab. Kassenprüfer Karl Ostermayer (Gundheim) bescheinigte Kassenwart Jürgen Pietsch eine saubere Kassenführung. Wegen seiner großen Verdienste um den Verein erhielt Ostermayer aus den Händen des Vorsitzenden die Urkunde zum Ehrenmitglied. jk

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz

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