Von Jockel Kohlmann

Der gebürtige Gimbsheimer, der bereits mit 29 Jahren in Hamburg Chef einer Firma für Schiffsbeteiligungen wurde und inzwischen zur deutschen Wirtschaftselite zählt, hatte 1992 den Verein in Eich mitbegründet und war in den ersten zwei Jahren auch dessen Vorsitzender. Auf diese Anfangsjahre ging Vereinsvorsitzender Rolf Konersmann ein und berichtete von den damaligen immensen Schwierigkeiten, überhaupt erst einmal mit Hilfsgütern die osteuropäischen Grenzen zu passieren. Harald Christ habe gleich erkannt, dass nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl die Ukraine für eine lange Zeit auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sein werde. Auch 14 Jahre nach der Vereinsgründung zähle Harald Christ zu den verlässlichen Vereinsmitgliedern. So habe es Christ jetzt drei ukrainischen Studenten ermöglicht, in Deutschland Berufspraktikas zu absolvieren. Konersmann versäumte es in Anwesenheit vieler Vertreter aus dem öffentlichen Leben nicht, eine stolze Leistungsbilanz seines Vereins zu präsentieren.

In seiner Dankesrede betonte Christ, dass es ohne Rolf Konersmann sicherlich heute den Verein nicht mehr gäbe. Dies verdiene Dank und Anerkennung. Den Titel des Ehrenvorsitzenden betrachte er als große Ehre. Christ kündigte an, er wolle in den nächsten Wochen gemeisam mit dem Vereinsvorstand festlegen, bei welchen Hilfsprojekten des Vereins er sich einbringen könne.
Hansjürgen Doss, Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Gesellschaft und früherer Bundestagsabgeordneter bezeichnete den Eicher Verein als einen "Leuchtturm der Hoffnung". So wie noch vor 20 Jahren die Menschen in der damaligen DDR auf Pakete aus dem Westen gewartet hätten, sei dies nun in der Ukraine der Fall. Eichs VG-Bürgermeister Gerhard Kiefer hob hervor, dass es in Rheinland-Pfalz nur noch zwei Vereine geben, die intensiv Hilfsleistungen für die Menschen in der Ukraine erbringen und dazu zähle der Eicher Verein. Mit Harald Christ stehe dem Verein nun ein Ehrenvorsitzender zur Seite, der um die Not der Menschen in der Ukraine wisse und auch wisse, dass die Hilfe aus Eich direkt bei den Bedürftigen ankomme. Der ukrainische Generalkonsul Oleksandr Novosolov bestätigte, dass die Menschen in der Ukraine mit tiefer Dankbarkeit die Hilfe aus Eich registrieren. Novoslov ermunterte den Eicher Verein, den eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortzusetzen. Freuen durfte sich auch der Leiter der Osthofener Realschule, Hans-Walter Reinhard, über eine besondere Ehrung des Vereins. Die Realschule hatte durch einen Spendenlauf 3.000 Euro dem Verein zur Verfügung gestellt und mit diesem Geld konnte eine kleine Dorfschule in der Nähe von Kiew unterstützt werden. Die Schule dankte dafür mit einem Wappenteller. jk
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz