Von Jockel Kohlmann

Erste Besuchsstation war das Dorf Marjanowka, wo der Verein eine Patenschaft mit der Dorfschule ins Leben gerufen hat. Die mehr als 150 Kinder lernen hier allesamt die deutsche Sprache. Mit finanzieller Hilfe der Osthofener Realschule konnte sich die Schule einen Kleinbus zum Transport der Kinder anschaffen. Aus Sachspenden der Jungen Union des Kreises Alzey-Worms und der Verbandsgemeinde Wörrstadt richteten die Lehrer ein Computer-Labor mit zwölf Schulungsplätzen ein. Diese Einrichtung genießt inzwischen in der Region um Kiew Vorbildcharakter. Natürlich wurden die Gäste aus dem Wonnegau mit deutschen Liedern und Gedichten begrüßt. Für die älteren, bedürftigen Dorfbewohner hatten die Gäste eine Vielzahl von Paketen mit Lebensmittelspenden mitgebracht. Vor zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens sagte Vereinsvorsitzender Rolf Konersmann, dass sich der Eicher Verein inzwischen immer mehr auf die "Hilfe zur Selbsthilfe" für die Opfer der Reaktorkatastrophe konzentriere. So sollen in der Kiewer Partnerorganisation des Eicher Vereins in den kommenden Monaten ein Reha-Technik-Zentrum sowie ein Diagnosezentrum für Angiologie eingerichtet werden. Damit sollen vor Ort Gefäßerkrankungen behandelt werden. In diesem Diagnosezentrum werden zwei Ärzte eingesetzt, die bereits in Deutschland durch Schulungen das erforderliche Fachwissen an der Regio-Klinik in Piineberg erhielten. Auch hier hatten die Eicher die entsprechenden Kontakte hergestellt. Der Verein kümmert sich nun um die Ausstattung der Praxis und benötigt dazu dringend zwei Ultraschallgeräte. Da die Anschaffung dieser Geräte rund 50.000 Euro erforderlich macht, ist der Verein auf Geldspenden angewiesen. Angenehm überrascht waren die Besucher vom Konzept und der Ausstattung eines Waisenhauses in Kiew. Dort leben 160 Kinder in einem nach modernsten Gesichtspunkten hervorragend ausgestatten Heim. Teilgenommen hatte eine Abordnung des Vereinsvorstandes an einer Konferenz in Kiew, zu der sämtliche Hilfsorganisationen eingeladen hatten, die in der Ukraine tätig sind. Der deutsche Botschafter Rainer Schäfers sagte in seinem Grußwort an die Delegierten aus Deutschland, dass solche "Zivilgesellschaften" wie der Eicher Verein für die Entwicklung einer Gesellschaft notwendig seien. Vor allem das eingeschlagene Konzept der "Hilfe zur Selbsthilfe" trage auch dazu bei, dass in der Ukraine neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz