Von Jockel Kohlmann

Ansonsten lief alles wie am Schnürchen und die 40 ukrainischen Kinder, die mit ihren Gasteltern gekommen waren, feierten mit den Einheimischen ein tolles Kinderfest. Dazu trug auch der Kinderchor des Eicher Männergesangvereins bei, der ein buntes Potpourri fröhlicher Sommerlieder zum Besten gab. Viele hundert Besucher füllten den ganzen Tag über den kleinen Festplatz, der mit zahlreichen Spielmöglichkeiten vom "Kinderschutzbund Ried" bestückt war. Dicht umlagert waren ständig die riesige Hüpfburg und das Spielmobil. Elisabeth Stephan übernahm das Kinderschminken und zauberte unzählige Löwen oder Tiger in die Gesichter der kleinen Gäste. Die Frauen des Vereins bestückten die riesige Kuchenbar mit selbst gebackenen "Kalorienbomben" und natürlich gab es Leckeres vom Grill.
Vereinsvorsitzender Rolf Konersmann zeigte sich überrascht von dem starken Besucherandrang. Damit werde auch die langjährige Arbeit des Vereins honoriert. Konersmann dankte vor allem den Ferieneltern, die ein ukrainisches Kind bei sich aufgenommen haben. Aus vielen Untersuchungen sei erwiesen, dass ein vierwöchiger Aufenthalt der Kinder am Rhein dazu beitrage, dass sich deren Immunsystem in dieser Zeit wieder stabilisiere. Mit zahlreichen Ausflugs-und Ferienaktionen wurde das Besuchsprogramm in den vier Wochen für die Kinder aus der Region Kiew aufgelockert. Zum großen Fest in Eich erschienen auch der ukrainische Generalkonsul Oleksandr Novos'olov und dessen Vizekonsul Vasyl Maruschynets. Der Generalkonsul hob in seiner Ansprache hervor, dass der Eicher Verein in der Liste der deutschen Hilfsorganisationen in der Ukraine eine Spitzenposition einnehme. Ohne die Hilfe aus dem Wonnegau wären etliche Projekte in der Ukraine gar nicht zu verwirklichen gewesen. Diese Auffassung bestätigte auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann, der sich selbst schon mit dem Eicher Verein vor Ort in Kiew einen Eindruck von der vielfältigen Hilfe verschaffen konnte. Die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp und der Eicher Verbandsbürgermeister Gerhard Kiefer lobten die Beständigkeit der Hilfsgütertransporte und der jährlichen Erholungsaufenthalte für Kinder und Erwachsene aus der Tschernobyl-Region. Kiefer brachte selbst einen kleinen Scheck zu Gunsten der gumanitären Arbeit des Vereins mit. Gekommen waren neben den Ortsbürgermeistern aus der VG Eich auch Horst Engelhard aus Mannheim, der jährlich aus seiner Stiftung dem Verein fünfstellige Beträge zukommen lässt. Engelhard hatte auch für jedes der Ferienkinder ein kleines Geschenk mit 20 Euro Taschengeld mitgebracht.
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz