Von Jockel Kohlmann
Von Der 170 Mitglieder zählende Verein "Kinder von Tschernobyl" hat im vergangenen Jahr mit zwei Lastwagen 17.677 Kilogramm an Hilfsgütern in die Ukraine gebracht. Darunter waren zahlreiche Rollstühle,Krankenbetten, eine komplette Arztpraxis sowie Medikamente und Lebensmittel.
Mit diesen imposanten Zahlen wartete Vorsitzender Rolf Konersmann (Eich) bei der Hauptversammlung des Vereins in Osthofen auf. Bei zwei Kinder-und Familienerholungsaufenthalten konnten immerhin 89 Gäste aus der Ukraine bei Gastfamilien einquartiert werden.Im Gegenzug unternahm der verein zwei Inforamtionsfahrten nach Kiew. Das Vorjahr stand ganz im Zeichen des 20.Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Aus diesem Anlass wurde eine Delegation des Eicher Vereins auch zu einer Gedenkfeier in den Berliner Reichstag eingeladen. In der Ukraine konnte der Verein einen neuen Traktor an eine Kolchose übergeben. Für die Nutzung des Traktors bezahlt die Kolchose in Naturalien und beliefert ein Kinderheim am Schwarzen Meer mit frischem Obst und Gemüse. Geldspenden in größerer Höhe kamen von der Mannheimer Horst-Engelhardt-Stiftung, der Umweltbank in Nürnberg, von den Rotariern Rüsselsheim sowie vom Kreisverband der Grünen in Aachen. Aus dem Erlös eines Marathonlaufs stellte die Osthofener Realschule dem Verein immerhin 3 300 Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld konnte gezielt eine kleine Dorfschule in der Nähe von Kiew unterstützt werden. Konersmann hielt in seinem Bericht fest, dass ohne diese Geldspenden der Verein seine Hilfsmaßnahmen in diesem großen Umfang gar nicht durchführen könnte. Der Verein arbeitet in Kiew mit einer Partnerorganisation zusammen und diese soll nun gezielt "Hilfe zur Selbsthilfe" erhalten. Ein Unternehmen aus Ober-Flörsheim, das sich auf Geräte zur Rehabilitation spezialisiert hat, will mit dem Eicher Verein diese Selbsthilfe in Angriff nehmen. So sollen aufgearbeitete Rollstühle durch die Partnerorganisation in Kiew zu besonders günstigen Konditionen den Angehörigen der Opfer der Reaktorkatatstrophe zukommen. Unternehmenssprecher Klaus Wannenmacher sagte, dass vor allem in den kleinen Dörfern immer wieder im Winter alte Menschen erfrieren, weil sie ohne Rollstuhl keine Möglichkeit hätten, ihre Wohnung zu beheizen. In den Dörfern herrsche immer noch "das nackte Elend". Leider klaffe in der Ukraine die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Nur einer kleinen Oberschicht gehe es finanziell sehr gut, während das Volk weiter darbe. Gerne wolle sein Unternehmen den Helfern aus dem Wonnegau zur Seite stehen. Am 11.August veranstaltet der Verein in der Rheinpromenade am Eicher See wieder ein Kinderfest. Zu dieser Zweit sind wieder 50 ukrainische Kinder bei Gastfamilien einquartiert. Für Jahrelange engagierte Mithilfe im Verein erhielten Karl Ostermayer, Angelika Bässler sowie Heinz und Berthilde Enders Ehrenurkunden.
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz