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| Kiews Sozialbürgermeister Bytschkow (links) übergab an Rolf Konersmann (mitte) einen Ehrenteller der Stadt Kiew |
Vorsitzender Rolf Konersmann übergab im Auftrag der Osthofener Realschule einen Scheck in Höhe von 3.300 Euro an Schulleiter Victor Gontscharenko. Das Geld stammt aus dem Erlös eines Marathonlaufs der 700 Realschüler. Übergeben wurde auch ein Schreiben von Schulleiter Hans-Walter Reinhard. Darin bietet Reinhard seinem ukrainischen Kollegen freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Schulen an. Gontscharenko sprach vom "schönsten Weihnachtsgeschenk, das unsere Schule je erhalten hat". Mit dem Geld könne jetzt endlich ein kleiner Transportwagen angeschafft werden, um im kalten Winter Schüler aus den umliegenden Gemeinden nach Marjaniwka transportieren zu können. Gleichzeitig soll das Computerlabor erweitert werden und es sollen neue Bücher für den Deutschunterricht angeschafft werden. Alle Kinder dieser Dorfschule lernen die deutsche Sprache. Mit einem bunten Programm, das in Lied und Wort und deutscher Sprache vorgetragen wurde, bedankten sich die Kinder für die großzügige Spende aus Osthofen.
Kein Grund zur Freude bot dagegen ein Besuch im Rathaus der Stadt Kiew. Die Eicher Partnerorganisation hat von der Stadt Kiew ein Haus angemietet, wo sich das medizinische Zentrum für die Tschernobyl-Opfer befindet und gleichzeitig auch die große Kleiderkammer für die Hilfslieferungen aus Eich. Die Stadt hatte angekündigt, zum 1. Dezember die Miete um 400 Prozent zu erhöhen. Bei einem Gespräch mit dem zuständigen Kiewer Sozialbürgermeister Sergej Bytschkow machte Konersmann deutlich, dass der Eicher Verein nur in geringem Umfang zur Zahlung der Miete beitragen könne. Ziel des Vereins sei die humanitäre Hilfe für die Menschen. Nach der Tschernobyl-Katastrophe habe Deutschland die meiste Hilfe in Europa geleistet und noch immer seien die Menschen in Deutschland dazu bereit, den Opfern zu helfen. Es würde auch dem internationalen Ansehen der Ukraine schaden, wenn die Stadt Kiew nun plötzlich eine humanitäre Organisation zum Aufgeben zwinge. Konersmann ließ nicht unerwähnt, dass der Eicher Verein inzwischen den 71. Hilfsgütertransport auf den Weg nach Kiew gebracht habe. Bei 33 Erholungsaufenthalten seien mehr als 1.500 Kinder an den Rhein gekommen. Durch Verkaufsaktionen bei heimischen Weihnachtsmärkten versuche der Verein Geld zu erwirtschaften, "das wir für Kranke und Hilkfsbedürftige Menschen benötigen". Inzwischen seien aus Eich Sachgüter in Millionenhöhe in die Ukraine gebracht worden. Bytschkow sagte zu, nicht nur den zuständigen Sozialausschuss, sondern auch den Oberbürgermeister darum zu bitten, die geplante Mieterhöhung zu überdenken. Bytschkow bekundete, dass er mit großem Respekt die Arbeit des Eicher Vereins verfolge und übergab zum Zeichen seiner Anerkennung an Konersmann einen Ehrenteller der Stadt Kiew.Konersmann kündigte an, dass auch im kommenden Jahr die Hilfe für die Ukraine ungeschmälert fortgesetzt werden solle. Gezielt soll im Wonnegau nach neuen Mitgliedern geworben werden.