Von Jockel Kohlmann
Im Sommer hatten 700 Schüler der Realschule an einem eigens initiierten Benefiz-Marathonlauf teilgenommen und dabei die unerwartet hohe Spendensumme von rund 10000 Euro erlaufen. Eltern und Verwandte der Kinder sowie unzählige Betriebe hatten für jeden Kilometer Geld gespendet, so dass am Ende der "dicke Batzen" herauskam. Ebenfalls 3300 Euro erhielt das Wiesbadener Hospiz Bärenherz und die restlichen 3.300 Euro werden für Anschaffungen der Schüler in der Schule verwendet.
Schulleiter Reinhard betonte, dass mit diesem Marathonlauf die Schüler früh an soziales Denken herangeführt worden seien. Dies werde auch am heutigen Samstag wieder unter Beweis gestellt, denn 40 Realschüler hatten sich bereiterklärt, zum Martinstag gehbehinderte Senioren aus Osthofener Altenheimen in ihren Rollstühlen spazieren zu fahren.
Gerne habe die Schule den Eicher Verein mit der Spende bedacht, weil damit den Kindern der Dorfschule in Marjaniwka in der Ukraine direkt geholfen werden kšnne. Im Frühsommer hatten bereits zwei Schülerinnen der Realschule der befreundeten Dorfschule zusammen mit dem Eicher Verein einen Besuch abgestattet. Diese werden nun bei der Gesamtkonferenz der Relaschule mit einer Dia-Präsentation ihre gesammelten Eindrücke schildern. In einem Brief an seinen Schulleiter-Kollegen Victor Gontscharenko bezeichnete Reinhard die Geldspende als Grundstein zum weiteren Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen. Im Rahmen eines Schüleraustauschs regte Reinhard an, Schüler aus Marjaniwka in den Wonnegau einzuladen, um die Kontakte weiter zu vertiefen. Auch ein Projekttag, an dem sich auch andere Schulen im Wonnegau beteiligen kšnnten, sei in die überlegungen einzubringen.
Vorsitzender Rolf Konersmann führte aus, dass er schon in den nächsten Tagen vor Ort in Marjaniwka das Geld überreichen werde. So kšnne die Schule noch rechtzeitig vor dem Winter Heizmaterial einkaufen, das Computer-Labor aufrüsten und auch neue Deutschbücher bestellen. Weiter soll das Geld für einen kleinen Transportwagen verwendet werden, damit Kinder im Winter aus den Nachbargemeinden zur Schule nach Marjaniwka befördert werden können. Konersmann verwies darauf, dass in der ukrainischen Dorfschule alle Kinder Deutsch lernen. Dies erleichtere bei gegenseitigen Begegnungen der jungen Menschen beider Schulen die Konversation. Gerne werde sein Verein im kommenden Jahr zehn Kinder aus Marjaniwka zu einem Aufenthalt bei Ferieneltern im Wonnegau einladen.
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz