Stipendium und neuer Traktor

Im 20. Jahr der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl führt der Eicher Verein "Kinder von Tschernobyl" seine Hilfe für die Menschen in der Ukraine weiter fort. Jetzt hat der Gimbsheimer Unternehmer Harald Christ zwei Stipendien für Wirtschaftsstudenten aus der Ukraine gespendet, so dass der Verein auch über diese Schiene Hilfe leisten kann.

Von Jockel Kohlmann

Vorsitzender Rolf Konersmann freut dies, zumal Harald Christ vor 20 Jahren den Verein selbst gegründet hatte. Christ ist inzwischen Vorstandsvorsitzender der HCI-Holding in Hamburg und gilt als einer der erfolgreichsten Manager in Deutschland. Den zwei Studenten aus Kiew wird ein Studium in Hamburg ermöglicht. Auch auf anderem Gebiet setzt sich der Eicher Verein erfolgreich für die Menschen in der Ukraine ein. Vor wenigen Wochen erhielt Konersmann vom Mannheimer Mäzen Horst Engelhardt einen Scheck über 40 000 Euro. Mit diesem Geld wird nun ein Traktor gekauft, damit die vor 20 Jahren aus der Region Tschernobyl umgesiedelten Bauern ihre Felder noch intensiver bewirtschaften können. Der Traktor wird von der Eicher Partnerorganisation in Kiew gegen ein geringes Entgelt direkt an die Bauern verliehen.

Erfolgreich war auch der Besuch des Kreisverbandes der Jungen Union Alzey-Worms im vergangenen Jahr für das Eicher Partnerdorf Marjaniwka. Vorsitzender Jan Metzler (Dittelsheim) hatte dem Schulleiter in Marjaniwka versprochen, beim Aufbau eines Computer-Labors behilflich zu sein. Dieses Versprechen hat die JU jetzt eingelöst. Immerhin 20 Computer konnte Metzler zur Verfügung stellen, so dass diese Geräte mit dem 70.Hilfsgütertransport im April nach Marjaniwka gebracht werden können. Vier Wochen später reist eine Eicher Delegation mit dem Bus in die Ukraine. Mit dabei sein werden auch der Schulleiter und Schüler der Osthofener Realschule, die mit der Dorfschule in Marjanwika eine Patenschaft eingehen möchten. Für diese Reise sind im Bus noch einige Plätze frei. Auch die Partnerorganisation in Kiew, die von dort aus die Hilfsgüter aus dem Wonnegau verteilt, wird zum 20. Gedenktag der Reaktorkatatrophe mit einem stattlichen Geldbetrag unterstützt. Mit diesem Geld sollen vor Ort medizinische Gerätschaften angeschafft werden. Ein weiterer Geldbetrag ist für ein Kindererholungsheim am Schwarzen Meer vorgesehen. Seit einem Jahr ist der Verein auch im Internet erreichbar und hat in dieser Zeit mehr als 17 000 Besucher verzeichnet. Immer wieder gelingt es dadurch, neue Mitglieder für den Verein zu werben. Für Juli lädt der Eicher Verein erneut Strahlengeschädigte Kinder aus der Ukraine zu einem Erholungsaufenthalt in den Wonnegau ein. Auch hierzu werden noch Gasteltern gesucht.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz

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