Einen Besucheransturm wie noch nie erlebte das Sommerfest des Eicher Vereins "Kinder von Tschernobyl" am Eicher See. Landrat Ernst-Walter Görisch (SPD) zeigte sich angetan von der Leistung des Vereins, der in diesem Jahr wieder 44 Kinder aus der Region Tschernobyl in den Wonnegau eingeladen hatte.
Görisch sprach von einer hervorragenden Arbeit, die der Verein nun schon seit vielen Jahren leiste. Alleine schon die Betreuung der Kinder stelle eine immense Aufgabe dar. Hinzu komme, dass neben den Kinder- und Familienerholungen aus Eich auch eine hochwertige Hilfe durch die unzähligen Hilfsgütertransporte in die Ukraine gleistet werde. "Durch die Hilfe aus Eich werden immer wieder Signale in die Ukraine gesendet, dass die Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nicht vergessen sind", rief der ukrainische Konsul Dr. Anatoliy Yurchenko den vielen hundert Besuchern zu. Das Generalkonsulat der Ukraine in Frankfurt wisse um die hier geleistete wertvolle Hilfe und unterstütze deshalb auch den Verein mit seinem Vorsitzenden Rolf Konersmann, so Yurchenko. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann stellte die wichtigen Kontakte der Familien heraus, die in den vielen Jahren der Hilfe entstanden seien. Hagemann hob hervor, dass er selbst schon mit dem Eicher Verein einen Hilfsgütertransport nach Kiew begleitet habe und deshalb wisse, "dass die humanitäre Hilfe auch genau dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird". Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Hansjürgen Doss, der von der Universtität in Kiew einen Ehrendoktortitel verliehen bekam, ermunterte die Eicher, den eingeschlagenen Weg der Hilfe fortzusetzen. Doss:"Alleine schon die vielen fröhlichen Kinder bei diesem Sommerfest beweisen, dass hier sehr viel Gutes getan wird". Doss hatte gespendete Fußbälle des Mainzer Unternehmens Novo Nordisk Pharma mitgebracht, die alle jene ukrainischen Kinder erhielten, die bei Schwimmwettbewerben sich ein "Seepferdchen" erschwommen hatten. Eichs VG-Beigeordneter und Bürgermeister Klaus Willius sagte, dass in Anlehnung an das Motto der Fußballweltmeisterschaft in Eich unter Beweis gestellt werde, dass die Welt zu Gast bei Freunden sei. Wie die vielen Ehrengäste kam auch DAK-Bezirkschef Friedrich Lehmann nicht mit leeren Händen und hatte für alle Kinder T-Shirts mitgebracht. Lehmann:"Gerne unterstützt die DAK solch eine beispielhafte Aktion". Vereinschef Rolf Konersmann brachte zum Ausdruck, dass ohne die Unterstützung vor Ort die kontinuierliche Hilfe gar nicht möglich wäre. Besonderen Dank zollte Konersmann dem Sportbund Rheinhessen, der 14 Kinder im Sportzentrum in Seibersbach einquartiert hatte. Ehrenamtlich betreut wurden die Kinder dort von Liane Derchow. Der Vorsitzende sprach den über 30 Helfern aus dem eigenen Verein ein dickes Lob aus. Nur durch deren Engagement sei ein solches Fest erst zu bewerkstelligen. Konersmann versäumte es nicht, VG-Bürgermeister Gerhard Kiefer für die Unterstützung im Vorfeld des Festes zu danken. Ebenso galt der Dank der Gemeinde Hamm, in deren Zelt wieder die vielen Gäste Platz nahmen. Durch Sachspenden hatte auch wieder Betriebsleiter Peter Kahler von der Gimbsheimer MGL (Metro) zum Erfolg des Festes beigetragen. Besonders begrüßt wurde die große Abordnung des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt aus Osthofen, die seit Jahren zu den Stammgästen gehört.
Das Programm für die Kinder fand einen tollen Zuspruch. Floßfahrten auf dem Eicher See waren stets ausgebucht und die Hüpfburg sowie das Spielmobil des Gernsheimer Kinderschutzbundes erwiesen sich als besondere Anziehungspunkte. Dicht umlagert war das Kinderschminken. Mehr als 40 selbst gebackene Kuchen standen zur Auswahl und bei der Tombola gab es wertvolle Preise zu gewinnen. Nicht zuletzt trug auch das ideale Wetter zum Gelingen des Sommerfestes bei. -jk-
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz