Für die Dauer von zwei Wochen weilt in diesen Tagen die ukrainische Folkloregruppe "Chervona Kalyna" zu einem Gastaufenthalt am Rhein.
Die 20 Kinder im Alter zwischen 12 und 17 Jahren folgten einer Einladung des Eicher Vereins "Kinder von Tschernobyl" und des Mannheimer Mäzens Horst Engelhardt. Alle Kinder dieser Folkloregruppe vereint das gleiche Schicksal: sie leiden unter den Spätfolgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Über das Erbgut der Eltern tragen auch diese Kinder die Folgen der radioaktiven Verseuchung in sich.
"Vier Wochen Aufenthalt in unserer gesunden Luft stabilisieren das Immunsystem der Kind für ein ganzes Jahr", weiß Vorsitzender Rolf Konersmann vom Eicher Hilfsverein zu berichten. Umso mehr freue er sich, dass es durch die finanzielle Unterstützung von Horst Engelhardt gelungen sei, die Kinder nach Deutschland zu holen.
Mit dem Bus traten die Kinder am vergangenen Wochenende die Reise an den Rhein an. Engelhardt finanzierte nicht nur die Busreise aus dem 1.900 Kilometer entfernten Kiew, sondern auch den Hotelaufenthalt der Kinder sowie ein umfangreiches Ausflugsprogramm. Höhepunkt des Aufenthaltes der Kinder wird ein Weihnachtskonzert in den Räumen der Mannheimer Engelhardt-Stiftung zugunsten von Waisenkindern sein.
Engelhardt (80), der zu den wohlhabendsten Bürgern Mannheims zählt, engagiert sich schon seit Jahren für den Eicher Verein. Erst vor einem Jahr finanzierte er ein 30.000 Euro teures Gerät für die Herzklinik der Uni in Kiew. Der Kiewer Herzspezialist Dr. Boris Todurov bestätigte jetzt, dass durch dieses Gerät inzwischen unzähligen Menschen das Leben gerettet werden konnte.
Vereinschef Konersmann hebt hervor, dass Engelhardt inzwischen unzählige Hilfsgütertransporte in die Ukraine finanziert hat. Der Eicher Verein sei stolz darauf, einen Sponsor wie Horst Engelhardt in seinen Reihen zu wissen.
Engelhardt selbst hat ein enge emotionale Bindung zur Ukraine. Als Soldat wurde er im Zweiten Weltkrieg in der Ukraine schwer verwundet und überlebte dank intensiver Pflege in einem Lazarett die schweren Verletzungen.
Die junge Folkloregruppe will durch ihre Auftritte in Deutschland Dank abstatten für die geleistete humanitäre Hilfe. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass die Truppe inzwischen über ein reiches Repertoire an deutschen Liedern verfügt. Aus der Feder von Karl Ostermaier (Gundheim) stammt das Lied von der "Weißen Taube", das inzwischen zum Erkennungslied der Truppe zählt. Zu hören gibt es typisch ukrainische Musik, begleitet von drei Bandura-Spielerinnen.
Neben Auftritten in Japan und Kuba weilte das Ensemble schon etliche Male in Deutschland und begeisterte hier erst vor zwei Jahren in der Eicher Altrheinhalle das Publikum. Das Weihnachtskonzert der ukrainischen Kinder findet statt am Mittwoch, 30. November um 20 Uhr, im Haus der Engelhardt-Stiftung "An den Planken" in Mannheim.
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz