Anerkennung auf höchster Ebene

SOS Tschernobyl in Uno-Liste aufgenommen

Die Arbeit des zwölf Jahre alten Eicher Vereins "SOS Tschernobyl" hat jetzt auch auf internationaler Ebene höchste Anerkennung gefunden. Der Verein wurde in die Liste der von der Uno anerkannten Hilfsorganisationen aufgenommen.

Von unserem Mitarbeiter Jockel Kohlmann

Mit dieser erfreulichen Nachricht konnte Vorsitzender Rolf Konersmann in der Hauptversammlung des 160 Mitglieder zählenden Vereins, der sich als Ziel die humanitäre Hilfe im durch das Reaktorunglück im ukrainischen Tschernobyl betroffenen Gebiet auf die Fahnen geschrieben hat, aufwarten. Konersmann sagte, dass die Uno damit die Arbeit des Vereins in besonderer Weise gewürdigt habe. Inzwischen hat sich sogar das ukrainische Konsulat direkt an den Verein gewandt und in einem Glückwunschschreiben bestätigt, dass die Arbeit des Eicher Vereins die umfangreichste der deutschen Organisationen sei. Der deutsche Botschafter in Kiew, Dietmar Stüdemann, hat Konersmann als Reaktion zu einem Gespräch eingeladen.

In seinem Jahresbericht hob der Vereinschef hervor, dass im Vorjahr die 19. Kindererholung mit 45 Kindern durchgeführt wurde. Für drei Wochen kommen auch in diesem Sommer rund 50 Kinder zur Erholung in den Wonnegau zu Gasteltern. Höhepunkt ist dabei Ende Juli ein Kinderfest am Eicher See. Durch ständige Informationsfahrten der Helfer aus dem Wonnegau konnten in den zurückliegenden Jahren die Kontakte zu Familien in Kiew intensiviert werden.

Inzwischen konzentriert sich die Hilfe des Vereins in erster Linie auf die Anschaffung von Geräten für medizinische Zentren in Kiew. So reisten im Vorjahr drei Monteure des Vereins nach Kiew, um dort ein gespendetes Zahnarztzimmer auch gleich noch zu montieren. Die Abteilung Kardiologie der Uniklinik in Kiew erhielt eine 30.000 Euro teure Operationsleuchte. Die Kinderpoliklinik in Kiew wurde weiter mit Medikamenten und Krankenbetten versorgt. Vier Hilfsgütertransporte mit 40-Tonnen-Lastwagen verließen im Berichtsjahr Eich. Die mehr als 2.000 Hilfsgüterpakete wurden allesamt an evakuierte Familien in der Umgebung von Kiew verteilt.

Konersmann machte deutlich, dass die Transporte ohne die finanziellen Zuwendungen aus der Mannheimer Horst und Eva Engelhard-Stiftung nicht möglich gewesen waren. So konnten 5.000 Euro einem Familienerholungsheim am Schwarzen Meer gespendet werden, wo die Strahlenopfer und deren Kinder ärztlich betreut werden. Zusätzlich werden bei den Weihnachtsmärkten in Eich und Alsheim durch den Verkauf von weihnachtlichen Gebinden Einnahmen erzielt. Erfreut zeigte sich Konersmann darüber, dass inzwischen partnerschaftliche Kontakte zwischen der Goldberg-Hauptschule in Osthofen und einer Dorfschule in Marjaniwka bei Kiew hergestellt werden konnten.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz

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