Der Eicher Verein "SOS Tschernobyl" gehört ab sofort zu den von den Vereinten Nationen anerkannten Hilfsorganisationen. Für den neuen ukrainischen Botschafter, Prof. Dr. Serhij Farenik, war dies Anlass, den Eicher Vereinsvorsitzenden Rolf Konersmann zum Empfang der ukrainischen Botschaft am Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine, nach Frankfurt einzuladen.
Farenik hob hervor, dass der 170 Mitglieder zählende Verein schon seit zwölf Jahren mehr als 60 Hilfsgütertransporte zu den Opfern der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gebracht habe. Hinzu kamen weit über 1.000 "Tschernobyl-Kinder", die von dem Verein zu Erholungsaufenthalten in den Wonnegau eingeladen worden seien. Dies zeige, dass die Hilfsorganisation auch 18 Jahre nach dem Reaktorunglück helfe, "weil die Menschen immer noch auf Hilfe angewiesen sind". Dies verdiene Dank und Anerkennung.
In Kiew hatte Konersmann bereits die Ehrenbürgerschaft erhalten, in Deutschland erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Farenik hob hervor, dass der Verein bei der Ausstattung der Kinderkrebsklinik in Kiew wertvolle Hilfe leiste. Mit dem Mannheimer Mäzen Horst Engelhard an der Seite, habe sich der Verein zu einer anerkannten Institution in der Ukraine und in Deutschland entwickelt.
Der ukrainische Generalkonsul Yury Yarmilko sprach die menschlichen Kontakte an, die durch die unzähligen Kindererholungsreisen entstanden seien. Hier vollziehe sich ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung.
Konersmann kündigte an, dass in dieser Woche der nächste Hilfsgütertransport nach Kiew starte. Ohne die Spendenbereitschaft der Wonnegauer und die engagierten Mitglieder wäre jedoch diese "Erfolgsgeschichte humanitärer Hilfe" nicht möglich gewesen. Konersmann sagte, inzwischen hätten auch die Kinder der 1986 aus Tschernobyl evakuierten Eltern an den Spätfolgen der Strahlenbelastung zu leiden. Es sei erwiesen, dass ein vierwöchiger Erholungsaufenthalt in Deutschland das Immunsystem der Kinder für ein Jahr stabilisieren könne.
Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz