Verein "SOS Kinder von Tschernobyl" legt Jahresbilanz vor

Hilfsgüter im Wert von nahezu 120.000 Euro brachte der 160 Mitglieder zählende Verein "SOS Tschernobyl" im vergangenen Jahr 2003 zu den Opfern der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in der Ukraine. Dieses Ergebnis legte jetzt Vereinsvorsitzender Rolf Konersmann (Eich) vor.

Von Jockel Kohlmann

In seinem Jahresbericht führt Konersmann aus, dass 10.800 Euro an Speditionskosten für den Transport der Hilfsgüter aufgebracht werden mussten. Alleine für 10.000 Euro seien Vitamin-Präparate zur Stärkung des Immunsystems der Strahlenopfer in die Region Kiew gebracht worden.

Die Mediziner Zuschlag und Ohnacker (beide Gimbsheim), Becker (Osthofen) und Hölker (Eich), hätten durch die Spenden von medizinischen Geräten weiter zum Aufbau der medizinischen Versorgung der Strahlenopfer beigetragen. So konnte beispielsweise die Kardiologie der Universitätsklinik in Kiew mit einer Operationslampe im Wert von 15.000 Euro ausgestattet werden.

Konersmann führt weiterhin aus, dass vor allem aus Geldern der Mannheimer Horst-Engelhard-Stiftung ein Großteil der Hilfe aus dem Wonnegau finanziell bewerkstelligt werden konnte. Allerdings sei der Verein auch weiterhin auf Aktivitäten und Initiativen im Wonnegau angewiesen.

Bestes Beispiel dafür sei die im vergangenen Dezember vom Osthofener Bürgermeister Bernd Müller initiierte Hilfsaktion für die Dorfschule in Marjaniwka in der Nähe von Kiew. Nicht nur die Schüler der Osthofener Goldberschule organisierten Geld- und Sachspenden, auch die Beschicker des Weihnachtsmarktes und der Osthofener Verkehrsverein hatten eifrig Geld gesammelt. Zusätzlich soll nun ein Großteil des Erlöses aus dem Verkauf des Vereins SOS Tschernobyl bei den Weihnachtsmärkten in Alsheim und Eich ebenfalls der kleinen Dorfschule zugute kommen.

Auch kleine Hilfsaktionen, wie etwa die seit vielen Jahren von Erika Walz organisierte Silvester-Tombola tragen nach Aussage von Konersmann dazu bei, dass die Hilfe weitergeführt werden kann. Schon Ende Januar will Konersmann in Begleitung des Zweiten Vereinsvorsitzenden Erich Lautenschläger in die Ukraine reisen, um dort persönlich dem Schulleiter die Spendengelder zu übergeben. Mit dem Geld sollen in diesem Winter die Beheizung der Schule und wichtige Reparaturarbeiten durchgeführt werden können.

In diesem Jahr werden vier Hilfsgütertransporte in die Ukraine durchgeführt, ebenso wird wieder ein Bus mit Kindern zu einem vierwöchigen Erholungsaufenthalt in den Wonnegau eingeladen.

Schwerpunkt der diesjährigen Hilfe wird das vom Verein mitorganisierte Familienerholungsheim Yuschanka am Schwarzen Meer in der Nähe der Krim sein. Dort werden in zweiwöchigen Intervallen jeweils 150 Strahlenopfer von Mai bis September zum Familienurlaub eingeladen. Die Kosten für die Verpflegung der rund 1.200 Gäste in Höhe von 20.000 Euro übernimmt der Verein.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz

Pressespiegel Übersicht
Kinder von Tschernobyl

Ukrainische Fahne SOS Kinder von Tschernobyl e.V. Deutsche Fahne

Tschernobyl Karte Ukraine

Landkarte Ukraine